Plakat Vorlesung Architektur

Musik vs. Architektur. Vorlesungsreihe an der TU Braunschweig.

Durch Struktur zur Freiheit                                                                                                                                    

Teil 1: Entwurf und Komposition - Von der Idee zum Werk

von Massoud Godemann

Die künstlerische Anfangsgestalt und Ihre Ausarbeitung zum Werk beginnen bei der Verarbeitung der Gegebenheiten durch Wahrnehmung und Emotion und/oder durch die Verarbeitung der Erinnerung an schon wahrgenommene und gefühlte Inhalte. Emotion transformiert zu einer Idee und die Idee will um zu wirken, geformt und strukturiert werden. Dieses Seminar, dieser intensive Einblick in das „Gedanken und Gefühlsbiotop“ eines Architekten (Roth) einerseits und der eines Komponisten (Godemann) andererseits, soll Mittel und Verfahrensweisen zur Entwicklung von Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, sie hör - und - erfahrbar machen und dem angehenden Architekten beim kreativen Entwerfen eine Inspiration sein, noch nicht Gedachtes zu Denken und der Phantasie Techniken und Denkmodelle gegenüberzustellen um aufkommende Ideen auszuformen und zu gestalten.

Der Kopf alleine ist nicht stark genug um wirklich tragfähige Ideen zu entwickeln. Ideen sind eher ein “sich plötzlich in die Jetztzeit ergießender Sturzbach der Gefühle.“ Wie z.B. das Ergriffensein beim Betrachten eines Bauwerks, eines Gemäldes oder einer Skulptur. Gerührt beim Erlauschen eines Klageliedes innehaltend oder freudig zu einem fetten Beat tanzend:   Nur das, was den lauernden Logos überspringt und direkt auf die Nerven trifft, lässt uns fühlen.

Doch hier offenbart sich die Grundproblematik:

  • Wann haben wir das letzte Mal wirklich etwas gefühlt beim Durchschreiten eines Bauwerkes, beim Betrachten einer Fassade oder beim Erleben von Musik?
  • Haben wir Erinnerungen an starke Auslöser von positiven oder negativen Gefühlen?

An diesem Punkt wird deutlich, dass, um jemals „aus dem Bauch heraus“ gestalten zu können, erst einmal etwas in den Bauch hinein muss. Als erstes muss der Fokus des Interesses von der irreal kleinen und platten zweidimensionalen Bauwerksfotografie auf die reale, Platzt greifende dreidimensionale Architektur gelenkt werden. Der Faktor Zeit bringt Bewegung und den Wechsel der Perspektiven mit ein, und das Erleben eines Raumes wird erst möglich. Das bloße Betrachten einer Fotographie erlaubt uns diese Form der emotionalen Teilhabe nicht. Mit der Verstandesleistung allein lässt sich der Zielort Bauch nicht erreichen, denn es bedarf schon intensiver Gefühle um Erinnerungen an starke Auslöser zu prägen.

Ähnlich wie Carriermoleküle in der Biochemie spezifische Stoffgruppen durch Zellwände schleusen, können Gefühle an spezifische Inhalte gekoppelt, Barrieren überwinden und den Bauch samt „Gepäck“ erreichen. Sich also im Selbstversuch dem Kosmos der Künsten zu stellen, ist eine Möglichkeit zu Erfahren welche Kräfte subjektiv in den unterschiedlichsten künstlerischen Zusammenhängen wirken oder eben nicht wirken.                                   

                                 >> Provozieren Sie sich selbst – gehen Sie sich fühlen.<< 

Es ist in sich immer etwas Kraftvolles, das Emotionen freisetzt, etwas eindrucksvoll auf den Punkt bringt oder ihn explodieren lässt. Letztlich scheint es diese Kraft zu sein, die ein Künstler sucht. Immer neue Eindrücke aufsaugend und mit steigender Kunstfertigkeit Grenzen negierend sucht er seinen Weg. Die Bereicherung des Unbewussten, durch bewusstes „Anfüttern mit Schönheit“, stetes Lernen und das Verbessern der handwerklichen Fähigkeiten, lassen einen im Umgang mit künstlerischen Ausdrucksformen wachsen. Durch das Erleben eines gelungen Werkes, offenbaren sich einem mehr und mehr Eindrücke und Erkenntnisse, die uns eine Aussage darüber erlauben, mit welchen Werkzeugen, Stilmittel, Materialien und Verfahrensweisen der entsprechende Künstler meisterlich umzugehen wusste. Er hat seine „Hausaufgaben gemacht“ und viel Zeit darauf verwendet, weidlich zu Erfahren „was, was macht“!

Doch: Reduziert sich das „Künstlerische - Tätig - sein“ lediglich auf das Bedienen von Funktionalitäten, so verengt sich der Horizont und der Künstler wird zum Täter, das Klagelied zum Schlager, das Bauwerk zum Kubus und das Gemälde zum Hirsch. Grober „Kitsch“ ist ein Beispiel für Orientierungslosigkeit und Oberflächlichkeit in der Verwendung von Werkzeugen, Stilmitteln, Materialien und Verfahrensweisen!

                       >>Letztlich von Allem zuviel und vom Wesentlichen zuwenig.<<

Wenn Picasso nur wenige Linien braucht um einen Körper in Bewegung darzustellen, oder Mozarts kleine Nachtmusik einen verzückt, so ist es immer auch diese Einfachheit und Klarheit die einen staunen lässt. Und wer hat sich nicht schon mal bei dem Gedanken erwischt: “Da hätte ich doch auch selber drauf kommen können“. Nur sind wir es offensichtlich nicht! Der Kopf ist voll und trotzdem fließt nur Redundanz aus der Feder. Was fehlt? Was kann ich ändern?

Das Wissen um die richtigen Proportionen, das intuitive Verständnis von Balance oder etwa das untrügliche Gefühl für eine schöne Melodie sind Fähigkeiten, die sich nicht einfach „so“, via Studium erlernen lassen. Jemand, der den Weg vom Anfang bis zum Ende, also von der Idee bis zur Vollendung, oftmals gegangen ist, hat Grenzen ausgelotet, Zweifel überwunden, Wichtiges vom Unwichtigen getrennt und somit Möglichkeiten geschaffen „seine eigene Stimme“ zu finden, also eine eigene Projekt- übergreifende Haltung zu entwickeln oder in sich freizulegen. Er oder Sie hat eine Vision der Dinge die Sie oder Er tut oder noch tun wird. Das geht natürlich nicht ohne zu scheitern, daneben zu liegen oder grandios zu versagen.

Wer Wege außerhalb der üblichen Standardisierung und Formatierung all dessen sucht, was uns umgibt, muss nicht nur frohen Mutes an den Claqueuren des Mittelmaßes vorbei, sondern auch zwingend einer „Kosten - Nutzen - Rechnung“ standhalten und trotz eines vor Ideen sprühenden Geistes die Balance zwischen dem künstlerischen Ausdruck, den Bedingungen des Umfeldes und den Anforderungen des Auftrages, also letztlich der Funktion, finden. Diese Grenzerfahrungen sind überaus wichtig. Reflexionen und die jeweils daraus gezogenen Konsequenzen werden mit darüber entscheiden, wie weit man in das zu erobernde Metier eindringen kann. Wir befinden uns quasi in einer Art von Fließgleichgewicht, in dem es gilt, dem steten Einfluss von außen mit den eigenen „Ressourcen“, also Wahrnehmung, Frustrationstoleranz, Wissen, Geschmack, Erinnerung, Erwartung und Vision, in Einklang zu bringen. Küssen wir nur die blank polierte Oberfläche und spiegeln uns darin oder sind wir auch in der Lage, dem Ganzen soviel Tiefe zu geben, dass Andere dabei etwas spüren können. Was kann ich tun?               

               >>Lerne im „Kleinen“ die Mechanismen kennen, die im „Großen“ wirken!<<

Motive                                                                                                                                                                                                                                                                               Am Anfang des Komponierens steht die Bildung eines Motivs. Ein Motiv ist die kleinste musikalische „Sinneinheit“. „Kommunizieren“ Motive miteinander, so entsteht eine Melodie. Hat die Melodie etwas zu erzählen, so entsteht ein Stück Musik, eine kleine Geschichte. Ein Meister der motivischen Verarbeitung ist z.B. J.S.Bach. Das Studium seines umfangreichen Werkes ist für angehende Komponisten ein „reicher Quell“ an Ideen, Techniken und immer wieder ein Beispiel für wunderbare melodische Fortschreitungen. Doch auch Bach lebte nicht in einem musikalischen „Vakuum“ oder war gar von einem etwaigen Schöpfer „Verbal inspiriert“. Er hat seine Fähigkeiten und Talente intensiv trainieren müssen um seine Meisterschaft, sein „Genie“ immer weiter entwickeln zu können. Betrachten wir die theoretischen Möglichkeiten der Motivbildung systematisch, so ergibt sich folgende Unterteilung:

       Quellen der Motivbildung:      

  • Single Tone, 1 Ton Motive (One Note Samba von A.Jobim)
  • Tritone, 3 Ton Motive (Girl from Ipanema von A.Jobim)
  • Tetratonic, 4 Ton Motive (Rapsodie Espanol von M.Ravel)
  • Pentatonic, 5 Ton Motive (Symphonie No.6 Tchaikowsky)
  • Motive aus der Bluesskala und deren Derivaten (Gee Baby von Don Redman)
  • Motive der Diatonischen und alterierte Diatonischen Modes (Folk über ABBA bis Bach)
  • Symetrische Skalen (Antidot von M.Godemann)
  • „Non Western“ Skalen aus der Ferne - Keine Temperierte Stimmung, verlassen der 12 Ton Struktur unseres Tonsystems, reicher Fundus exotischer Farben        

         Betrachten wir die theoretischen Möglichkeiten der Melodiebildung systematisch, so ergibt sich folgende Unterteilung:

      Techniken zur Weiterentwicklung von Motiven zur Melodie:

  • Sequenzen (Skalenorientierte Motivwiederholung startend von einem anderen Ton)
  • Umkehrung (Intervallstruktur bleibt gleich, aber die Richtung wechselt)
  • Retrograde (Intervallstruktur und Richtung wechseln)
  • Retrograde Umkehrung (Spiegeln eines Motivs )
  • Isorhythm (melodischer Rhythmus – Tonhöhen wechseln Rhythmus bleibt gleich)
  • Isoarticulation (Tonhöhen wechseln Artikulation bleibt gleich/ähnlich)
  • Verkürzung ( Unvollständige Motivwiederholung)
  • Verlängerung (Erweiterte Motivwiederholung)
  • Verschiebungen (Melodisch und/oder rhythmische Verschiebung eines Motivs)
  • Mutation (unregelmäßige Veränderung des Originals)

 

Melodie                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein möglicher Weg, um Eindrücke von der Motivverarbeitung zur Melodie zu sammeln, ist die Motive durch die o.g. Techniken zu deklinieren und zu verfolgen, auf welche Weise sich Melodien entwickeln lassen. Es geht hierbei darum, kurze und bündige Statements abzugeben. Ein unterstützendes Gedankenmodell ist hierbei die Limitierung auf einen beschränkten Versuchsaufbau, der auf Aspekte wie komplexe Formen, melodischen Rhythmus, Balance und Höhepunkt verzichtet und somit die Konzentration auf die Versuche der „Motivverarbeitung zur Melodie, lenkt. Melodien erklingen aber meist nicht unbegleitet (a capella). D.h. andere Stimmen (und/oder Instrumente) vervollständigen das Klangspektrum und drängen mehr oder minder bestimmt den weiteren musikalischen Verlauf in die eine oder andere Richtung. Melodie und Harmonie bewegen sich in einer engen Symbiose miteinander.

Zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze gilt es hierbei zu beachten: 

  • Modal - statisch, ohne Bewegung, Sektionen der Komposition basieren jeweils auf einem Akkordsound - z.B. „So What“ - Miles Davis
  • Tonal – dynamisch, Bewegung, Sektionen der Komposition basieren jeweils auf Kadenzen aus einer oder mehrer Tonarten - z.B. „Lady Bird“ von T.Dameron 

Modale Strukturen verlangen nach einer anderen Art des Umganges mit melodischen Motiven als Tonale Strukturen es tun. Melodische Bewegungen in ein statisches Umfeld zu bringen erfordert zuallererst Erfahrungen mit den Gegebenheiten und Wirkungsweisen eines tonalen Umfeldes. Melodien und Motive „hangeln“ sich im „Tonalen“ an einem Akkordgerüst entlang und passen sich den harmonischen Strukturen an. Ein und dasselbe Motiv kann durch die geschmackvolle Harmonisierung des „Hintergrundes“ seine klangliche Erscheinungsform in mannigfaltiger Form verändern. Die Harmonisierung einer gegebenen Melodie ist ein sowohl kunstvoller wie ein auch sehr persönlicher Aspekt in der Arbeit eines Komponisten. Geschmack, Handschrift und Stil formen sich mit der Zeit zusehends aus und werden zu einem „Markenzeichen“ des Komponisten. Nur sollte man hierbei die „Standardlehre“ der Harmonisierung gegebener Melodien insoweit assimilieren, alsdaß sich mit der Zeit ein Gefühl für nötigen Akkordwechsel einstellt. Im modalen fehlen diese Bewegungen und Melodien haben mehr "Freiheit" sich zu entwickeln. Doch am Anfang bewegen wir uns noch in abgesteckten Feldern der Standardklischees. D.h. Das Erstellen der musikalischen Miniaturen folgt den Erfordernissen einer musikalischen Standardtextur. 

Wir arbeiten nun auf zwei Ebenen, der melodischen und der harmonischen Ebene der Musik. Harmonische Sinnabschnitte innerhalb des tonalen Aufbaues einer Komposition nennt man in der Musikwissenschaft Kadenzen. Kadenzen sind zumeist zwei - bis - viertaktige Strukturen, die durch exakte Wiederholung und/oder Variation derselben zu acht oder gar zu sechzehntaktigen Sinnabschnitten entwickelt werden können. Aus zwei werden vier – aus vier werden acht und aus acht können sechzehn Takte Musik geformt werden. Wir nähern uns langsam aber sicher dem Phänomen des Erstellens einer Komposition aus einzelnen Formteilen an. Lets Lego a tune……………:-)

Emotionale Grundmuster                                                                                                                                                                                          Vier und achttaktige Strukturen stellen innerhalb der Musik also eine Basistextur dar, die sich in vielerlei Liedgut wieder finden lässt, und uns als Ausgangspunkt weiterer Betrachtungsweisen - wie dem Erstellen einer Form, also dem Gesamtkörper der Komposition - dient. In seiner Wirkung kommt dieser „Basisverlauf“ einem musikalischen Archetypus gleich, der allgemein verständlich ist. Es gibt also einen Grundtypus harmonischer Bewegung, einen „harmonischen“ Basisverlauf der sich „auf immerdar“ in unsere Erwartungshaltung bezüglich musikalischer Bewegungen „eingebrannt“ hat.

  • Modell 1:

                           |  G7  |  C  |  Spannung – Entspannung!                   

Diese einfache Akkordfolge ist die Basis Kadenz in Rock, Pop, Klassik, Romantik, Bebop, Latin u.s.w.. Also: runtergekocht auf die Essenz, stellt sich uns eine einfache Struktur als Keimzelle harmonischer Aspekte innerhalb der Musik dar.

Wir erweitern im zweiten Schritt das o.g. Grundmuster des Modells1: „Spannung- Entspannung“ zu dem etwas „dramatischeren“ Modell2: „Ansage-Spannung-Entspannung“:  

  • Modell 2:

                           | D-7 |  G7  |  C  |  Ansage – Spannung – Entspannung!   

Beim Hören formt sich der Eindruck: 

       D-7                                            G7                              Cj7

| Hallo, gleich passiert etwas |  oh wie aufregend   | schade, ist schon vorbei  | 

 

Ähnliches vollzieht im Bauch eines Achterbahnpiloten:

  • Ansage: die Fahrt auf den Gipfel - D-7
  • Spannung: die Abfahrt, Hui.. - G7
  • Entspannung: die abgebremste Fahrt ins Ziel und Stop - Cj7

 

Im übertragenen Sinne betrachtet ergibt sich hierbei eine Analogie zum Aufbau eines Märchens, einer Legende oder dem eines Computerspiels:

  • Ansage: Es war einmal - Vorstellung der Figuren
  • Spannung: Konflikt - des Märchens Kracher
  • Entspannung: Happy End - Prinz küsst Prinzessin u.s.w….. 

 

Dieses Grundmodel der Entstehung von Musik kennen wir eigentlich schon aus unseren frühen Kindheitstagen. Diese Dramaturgie ist im Grunde die Basisstruktur einer spannenden, am Höhepunkt orientierten Erzählung, die, sei sie musikalischer oder literarischer Natur, allgemein verständlich ist. Von Dänemark bis in die ferne Mongolei, von Südafrika bis ins „ewige Eis“ - überall können die Kinder voll Faszination und Gebanntheit solchen Geschichten mit großen Augen und offenen Mündern folgen. 

Diese Textur gilt:

  • im Kleinen: Kadenz
  • wie im Größeren: Form
  • wie im Großem: komplette Komposition
  • und wie im ganz großen Maßstab: Konzert 

 

Doch einmal geht die Geschichte freudig aus und ein anderes Mal jedoch nicht. Manchmal ist es die Freude die einen umtreibt und ein anderes Mal die Verzweiflung die ein martert. In der Musik finden sich dafür klangdramaturgische Entsprechungen (Klischees) die sich in Dur oder Moll Kadenzen ausdrücken. Vereinfacht dargestellt:

  • Happy End/ Freude - Dur:  |  D-7    |   G7  |   Cj7   | Cj7  |         
  • Sie kriegt Ihn nicht - Moll:  | B-7b5 |   E7  |   A-7   | A-7  |

 

Beginnen wir mit dem Erstellen von Miniaturen/Modellen. Erst vier - und dann - achttaktige „Gefühlsaufwerfungen“, die in sich auch ein Grundmuster (Modell) der Struktur musikalischer Sinnabschnitte darstellt. Unterstützt durch die Verwendung des traditionellen Vokabulars der Mehrklänge (Akkorde) als Grundlage der Begleitung einer Melodie, entstehen für die westliche Musik typische Klangklischees, die sich in mannigfaltiger Form durch die unterschiedlichsten Musikstile ziehen.

 

Übungen im „Tonalen“ Klangraum: 

  • 4 taktige Miniaturen: Ansage - Spannung – Entspannung
  • 8 taktig (4+4) Miniaturen: Ansage - Spannung - Entspannung - Wiederholung/Variation und/oder Modulation einer 2er oder 4er Sektion

 

Wir konzentrieren uns hierbei also auf einen wichtigen Teilaspekt der Musik, der Verarbeitung von eintaktigen musikalischen Motiven zu vier - und - achttaktigen Melodien. Diese Melodien finden über einer tonalen Standard „Ansage – Spannung – Entspannung“ Dramaturgie statt. Dies ermöglicht es uns musikalische Basisstrukturen bewusst zu erfahren und der ihr innewohnenden „Architektur“ gewahr zu werden.  

 

Teil 2: Form, Proportion und Balance

  >>Eindrücke des Raumes in zeitlicher Abfolge sind vergleichbar mit dem Erleben von Musik.<< 

Wenn nicht der Zufall prägend ist, sondern eine Absicht die Taten lenkt, wird dem Auslöser der Eindrücke eine Ordnung zugrunde liegen. So wie Gebäude eine Form brauchen um zu sein, bedürfen musikalische Themen ebenfalls einer Form um sich auf der Zeitachse linear darzustellen. Die Anordnung von Räumen beeinflusst hierbei die Form eines Bauwerkes ebenso wie die zeitliche Abfolge musikalischer Sinnabschnitte ein Thema prägt.

Auch hier verlassen wir nun das Exposè und freuen uns auf den Diskurs Vorort!