>>Ja, es war Chuck Berry, er war der Erste der mich wirklich staunen ließ, bis heute….<<

 

AUTONOMIE von Massoud Godemann

 

Die folgenden Gedanken und die daraus folgen Handlungsanweisungen sind nicht als Businesscoaching oder Selbstoptimierungsansatz zu verstehen, denn eines muss klar sein: Wären alle so wie ich, würde die Welt untergehen. Diese Gedanken, Erfahrungen und Beobachtungen sind vielmehr eine Art „Doku“ über das Leben nach der inneren Melodie, dem Streben nach Sound und der Navigation durch ein geldwertes System. Und ich weiß nicht mal, ob ich es mir tatsächlich aussuchen konnte….

Ein Keim, ein Häufchen Stammzellen, das sich entwickeln will. 

Am Anfang steht da dieses mächtige Gefühl, wenn das Instrument einem folgt und Musik dabei erklingt. Ein Gefühl, das einen tief ergreift, euphorisiert und zu einer lebenslangen Entdeckungsreise durch den Kosmos Musik inspiriert. Es gibt mehr zu entdecken, als einem ein Menschenleben an Zeit zu offerieren vermag. Es gibt unendliche Möglichkeiten dem Chaos aller gegebenen Frequenzen und Impulse Information abzuringen und sie Klang werden zu lassen.

Abermillarden Muster und Matrizes liegen übereinander und ineinander verschachtelt und können entdeckt und decodiert werden. Aus komplexen Strukturen lösen sich Fragmente, entfalten sich und geben ihre Information preis. Unendliche Schönheit füllt den Raum. Da zuckt richtig was und die Belohnung ist es, lebenslänglich daran arbeiten zu können, sich technische und kognitive Fähigkeiten anzueignen um eine Fülle an Informationen und Eindrücken zu verarbeiten. Dann kann man entweder Einhörner auszuschicken oder ein Kettensägenmassaker inszenieren, aber auf jeden Fall eine Geschichte erzählen.

Es braucht der Phantasie und den Möglichkeiten der filigranen Umsetzung. Bis 30 geht die Ausbildung und bis ca. 70 kann man etwaig wirken und versuchen zu gestalten. Man hat also ca. 40 Jahre Zeit in Blüte zu stehen, 40 Jahre Zeit zu formulieren was einen bewegt, was in einem bebt.

Was sollte mich also davon abhalten, was mich daran hindern, den Weg zu gehen, der sich in meinen Gedanken, Phantasien und Wünschen abzeichnet? Was könnte denn das innere Leuchten davon abhalten gleißend zu sein?

Angst!

Der Chef jedweder Verkleinerung dessen was sein könnte zu dem was wir uns selbst erlauben zu sein. Das Gegenteil von Autonomie ist für mich nicht Abhängigkeit, sondern Angst. Um sie zu schmälern sucht das Hirn unaufhörlich nach Gewissheiten, nach Mustern und Choreographien der Lebensbewältigung, die Zweifel, Ungewissheit und verwirrende Fragestellungen eliminiert. Der Gewissheit also, die uns deutet das Richtige zu tun, Glücksträchtiges zu initiieren, kurz und plump im Versichererjargon gefasst:

Geld, Gold und ein sorgenfreies Leben.

Neugier, Liebe, Vorstellung, Absicht, Disziplin und das Wissen um die Unschärfe des Seins

Was hat ein Leben von solchen Vorgaben, solch Paradigmen zu erwarten? Der Gewissheit steht die Ungewissheit gegenüber. Zieht man die Schraube noch mehr an, wird sogar Risiko daraus. Noch mehr angezogen sogar Lust. Wenn wir also nichts wagen, uns komplett anpassen, unsere Freiheit den Paradigmen der Zeit opfern, wird dennoch am Ende keine Belohnung auf uns warten, der Verblendung wird kein Tribut gezollt, es gibt keinen Ablasshandel für Talentverzicht: Wir werden alle sterben. Mehr oder minder leidvoll, krank oder gesund – aber auf jeden Fall Tod!

Nun sind wir natürlich nicht alle gleich, aber wir alle müssen Zeit gestalten. Wir sind neugierige Materie, die sich auf einer Zeitachse in Richtung von etwas Unbestimmten bewegt. Es gibt unendliche Chancen, die Natur ist in ihren Angeboten verschwenderisch, diese Reise interessant zu gestalten und dem Unbestimmten dabei vielleicht schon ein wenig an Bestimmung abzuringen.

Angst genährte Katastrophenmodelle mahnen uns allerdings fortwährend zur Vernunft und dominieren im Hintergrund das Denken und Handeln. Es erscheint mir wie eine Form des Visionswürgens, der Ideenschrumpfung oder des Lebens ohne Raum, quasi ein zweidimensionales Agieren um möglichst direkt von A nach B zu kommen und das zwingend ohne Spass          mit z.B. C,D, E und F….zu haben.

Ergo: Vernunft ist sehr unvernünftig. Die Unschärfe des Seins wird nicht durch bürgerliche Gewissheiten präzisiert oder gar nachhaltig mit Sinn gefüllt, sie sind eher Ausdruck vorauseilenden Gehorsams.

Frei nach der heisenbergschen Unschärfe Relation: Ist die Realität erst erfasst, hat sie sich ja bereits verändert…also befindet sich alles im steten Fluss. Nur eben nicht direkt vor unseren Augen. Es ist eine stete Auseinandersetzung mit dem inneren, dem äußeren und dem virtuellen Kosmos. Differente Realitäten die zu einer fassbaren Realität verschmelzen sollen verwirren in ihrem Mix ständig und nachhaltig, sodass nur ein innerer Leitfaden Orientierung geben kann.

Draußen aber, wird es immer laut und lauter, eine Vielzahl von Ratgeber, Gurus, Päpste und Dirigenten, kurz: Fachleuten, verbreiten ihre Wahrheiten. Als Blatt im Wind ist es schwer sich bürgerlichen Gewissheiten zu entziehen um von vorgezeichneten Wegen abzuweichen.

Doch sind Individualität und Unabhängigkeit mittlerweile inflationär kommunizierte Inhalte in der Werbung und sind dabei doch nicht mehr als als Narkotika eingesetzte Worthülsen. Quasi so etwas wie Aufklebetattoos zum Rockerwochende…Ich möchte mich also nicht in Moden verlieren und der Beliebigkeit anheimfallen, denn nur am Ende des Regenbogens wartet der Schatz….

Bedingungen, Handlungsanweisungen und die stete Androhung des Scheiterns  

Autonomie ist für mich daher ein erstrebenswerter Zustand, eine Haltung, eine Betrachtungsweise, an deren Annäherung ich mich immer wieder versuche.

  • Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
  • was für Eindrücke konnte ich gewinnen?
  • was für Bedingungen umfloren einen tendenziellen Freigeist in diesen unseren Zeiten?
  • Wie muss man also ticken um seine eigene Auffassung von Zeit, in mitten differenter Zeitkonzepte zu leben 

Autonomie ist im Zeitalter stetig wachsender Vernetzung ein relativer Begriff, wenn nicht gar eine Illusion. Für mich als Komponisten und Musiker bedeutet es, durch gegeben Strukturen zu „lustwandeln“ ohne dabei den jeweiligen Reizen zu erliegen und das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Das Wetter, die Wogen der See und das Musikbusiness – alles Beispiele für nicht lineare Systeme. Die Berechenbarkeit von Ursache und Wirkung ist nahezu unmöglich und die Strukturen sind so komplex, dass sie nur unter großer Mühe und beträchtlicher Unschärfe,  in Modelle gefasst werden können.

Um also in komplexen Strukturen autonom zu bleiben, bedarf es: 

1. der Begeisterung:

  • Du musst unbedingt brennen
  • Lust, Liebe und Enthusiasmus, das innere Kind muss in Dir tollen

2. des Talents:

  • Du musst etwas bewegen – reagieren Menschen auf das was Du tust? 

3. der Disziplin:

  • Du bist neben Gitarrist, Lehrer, Komponist und Produzent, der Chef von dem Ganzen und auch noch Graphiker, Texter, Booker, Sekretär u.s.w. Also Chaos pur….

4. einer tief sitzenden Absicht/ Auffassung/ Haltung

  • Schönheit entsteht im Kontrast
  • Eigene Auffassung von Sound und Form  
  • Reflektierte neue Didaktik – Jazz zu unterrichten ist schwer – Temporäre Wahrheitsvermittlung – dynamisches Modell leben und vermitteln.
  • Menschen werden grundsätzlich nicht benutzt, werden immer einbezogen und mit liebevollen Support versorgt.

5. des Sprunges im Glauben (!)

  • Zweifelskontrolle
  • Catastrpohy/ Decatastrophy

6. eines Lebensmodells

  • das einen jederzeit den Zugriff auf sich anbietende Chancen erlaubt, dabei genug Einkünfte generiert um Basisbedürfnisse abzusichern und Abhängigkeiten so breit streut, das alles immer auch Musik ist.
  • Verzicht ist der Schlüssel - Besitzender oder Besessener?  
  • Materialismus ist wie eine Religion und macht unfrei, abhängig und schafft systeminmmante Argumente für eine kultivierte Menschenverachtung.

7. Erfolgsdefinition

8. Verlockungsresistenz

  • Ikonencheck, welcher Erfolg wäre am schlimmsten?  
  • Vorsichtig Falle: Bürgerlichkeit - Musikschule, Uniprofessur, eigene Musikschule u.s.w.
  • Alles hat seinen Preis: Balanceobacht!

9. der Resilenz

  • Haltung heißt heutzutage Arroganz und ist schon mal „per se“ fragwürdig. Deswegen ist es wichtig zwischen „Meinung und Meinungsberechtigung“ zu unterscheiden. Visionen sind vielen erst einmal suspekt, denn die Gravitation des Gewöhnlichen ist stark und schafft eigene Wahrheiten inmitten der jeweiligen Komfortzonen. Strukturelle Gewalt tobt sich aus und drängt….
  • Das ständige „am Ball bleiben“, ist schon sehr sportlich und kostet viel Kraft. Ghandi gibt da weisen Rat und macht uns Mut: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Also durchhalten: Es gilt einem großen Bogen zu folgen. Gestartet mit 15 ging‘s mit 40 so richtig ab (Erfolgsdefinition..:-)) 

 

Modell und Realität                                                                                                                                                                                                                                                   Ich hatte nun das große Glück auf eine noch sehr junge Kunstform zu stoßen, in der ist noch viel zu entdecken gab und nachwievor gibt. Da ist mit der Autonomie nicht ganz so schwierig, da man sich noch positionieren kann, denn es gibt noch viele unbestellte Felder, unerforschtes Land und ungeahnte Dimensionen. Doch, obwohl noch so jung, sieht man an ihr schon die Mechanismen der Kategorisierung und Vermessung am wirken.

Wie kann das sein?

Wir leben in informell satter Zeit, die in ihrer Sattheit alle Mechanismen des Lebens auf immer weniger Sichtweisen verengt. Die Welt ist scheinbar nahezu durchgecheckt und vieles somit alternativlos. Auch wenn das Internet z.B. Diversität und Vielfalt verspricht, und man meinen könnte, in den Köpfen keimten aller Ortens hippe Lebensmodelle und künstlerische Vielfalt auf, so scheint es mir doch, dass das Streben nach Sicherheit und Ordnung immer mehr Platz greift und im zunehmenden Maße berechenbare Modelle die chaotische Wirklichkeit zu ersetzten suchen.

Das was unsere Dasein prägt, ist, dass „ohne Not“ verkleinert wird, man die Möglichkeiten dessen was ist, zu dem macht, was sein soll, Fragen eliminiert und in meinen Augen so etwas wie eine konfektionierte Wirklichkeit schafft.

Jeweils dem Wahrnehmungshorizont angepasst, sucht sich jeder sein passendes Profil aus den gegebenen Standards. Sind einem früher, z.B. beim Blättern in der Zeit, der Feuilletonteil und/ oder andere Beilagen noch begegnet, begegnet einem nun nichts mehr von „außerhalb“ der Zone.

Die Komfort Zone des eigenen Ideologiegefängnisses zieht unsichtbare, schier unüberwindbare Mauern und schafft so gefühlte Wahrheiten und vermehrt erlebbare Ignoranz. Im „Alten“ war noch eine gewisse konstruktive Aufdringlichkeit. Das „Neue“ ist mitunter einfach nur noch aufdringlich, denn das Businessmodell der Werbefinanzierung hat ihren Preis.

Strangulierende Effektivität und die beschleunigte Zeit

Doch sind hier nicht Verschwörungen am Werk, sondern die beschleunigende Zeit. Der Killer schlechthin. Die Taktzahl erhöht sich stet und nur noch pure Effektivität verspricht für die nötige Synchronität, für das nötige Schnurren im Getriebe, zu sorgen.

Entscheidungen müssen immer schneller gefällt werden und die Grundlagen, die Auslöser um eben diese fällen zu können, müssen schnellstens und zweifelsfrei wirken. Das wiederum bedeutet, dass Auslöser offensichtlich, konfektioniert, einfach und vordergründig sein müssen. Weniger Fakten, als schnell zuschnappende Vorurteile, erhöhen die Geschwindigkeit.

Es ist ein Verkleinerungsansatz der Realität. Effektivität ist Modell. Sie lässt die Fülle dessen, was man dem Kosmos über Jahre abgeschnackt hat, imperativ zu Verwertbarem werden. Dies gilt auch für die Kunst. Ihr wird peu à peu die Unschärfe genommen und somit das, was sie zur Kunst macht, schleichend eliminiert.

Regeln, Gesetze und die Angst vor der Unschärfe                                                                                                                                                                                                 Kunstformen aber sind nicht "allumfassend durchgecheckt" und sollten es auch nicht sein, denn sie blicken in Welten  und Sphären, die nicht messbar sind und uns neben der Wissenschaft, den Reichtum der Schöpfung offenbaren. Gesetze und Regeln sind also eher Hilfsmittel um temporär Ordnung ins Chaos zu bringen, um ein wenig zu verstehen, ein wenig Teil zu haben am Geschehen.

Klingt Chaos hören wir nicht lange hin, denn die Wahrnehmung ist beleidigt, es lärmt und wir wünschen uns Ordnung. Wird die Ordnung der Wahrnehmung aber offensichtlich, ist sie auch wieder beleidigt, denn es langweilt. Doch Ordnung und Wahrnehmung können sich gegenseitig beeinflussen. Lass ich ein wenig los, ergeben sich etwaig Eindrücke, die die Grenzen der Ordnung "nach oben" verschieben könnten. In konstruktiven "Blindflügen" habe ich mich vielleicht ein wenig raus getastet aus dem System und Überraschendes erfahren. Ich erfahre einen Weltenwuchs und bin ein wenig reicher.

Je weniger Kontrolle, desto mehr Risiko, desto mehr Spass, desto mehr Jazz...Wobei "Loslassen" natürlich die schwierigste aller Disziplinen, in einer langen Reihe von Disziplinen ist, denn es bedeutet, sich von mühevoll angeeigneten Mustern loszulösen, frei aufzuspielen und damit auch Risiken einzugehen. Die von der Ordnung geprägten Regeln und Gesetze müssen sich letztlich den Anforderungen des Sounds anpassen und nicht umgekehrt. Doch es dreht sich…..es kehrt sich um.

Nähern wir uns mal einem Modell, also dem eingeschränkten Abbild einer Wirklichkeit:

Dem Modell der Skalentheorie.

Bei der Skalentheorie liegt die Betonung auf Theorie. Es ist überaus hilfreich sich in ihr auszukennen, dennoch ist die Skalentheorie, in all ihrer Komplexität, eine Schrumpfung dessen was ist, klingt, mit mir ringt und Sound sein will.

Warum?

Betrachten wir mögliche Szenarien im Hinblick auf ihre "Wichtigwerdung". Gegeben ist ein Improvisator der bewegt, groovt und berührt. Ein Improvisator eben, von der Bühne geformt und von Erfahrung geeicht. Man hat von ihm gehört und Musikwissenschaftler/ Theoretiker und andere Interessierte wollen nun daran teilhaben. Der Musikwissenschaftler/Theoretiker wird versuchen zu fassen, was er hört, es einordnen, klassifizieren aber unbedingt zweifelsfrei verorten wollen. Denn: Eindeutig soll es sein! Ergibt sich nun die Ahnung einer partiellen Ordnung, wird, um sie zu extrapolieren, alles weggekürzt, was dem ersehnten, musiktheoretischem Postulat, das geformt werden soll, widersprechen könnte. Unschärfe verwirrt nur und muss weichen. Wobei in Konsequenz wieder deutlich wird, dass die Vermessung der "Welt" sie auf jeden Fall kleiner macht.

Mit dem "Unfassbaren" gilt es zu rechnen. Das alles geht natürlich nur Schritt für Schritt, peu á peu und mit viel Geduld vonstatten.

Was heißt das?  Es bedeutet:

  • dass man der Realität Schritt für Schritt das Wissen "in Bewegung" abringen muss.
  • dass alle Erkenntnisse nur temporär sind, bis die nächste Erfahrung, der nächste Kick und/oder die gelebte Poesie neue Regeln formt.
  • dass es eine Disziplin des "mobilen Tellerrandes" ist, die die Begrenzung mehr und mehr nach oben schiebt.

Die Skalentheorie z.B. ist ein Modell, das vornehmlich in vertikalen Betrachtungsweisen angelegt ist (Scale over Chord). Kommt in der Horizontalen der Aspekt Zeit hinzu, verändern sich Bedingungen und Betrachtungsweisen für Motive und Melodien in tonalen wie modalen Zusammenhängen.

 

Beobachtungen und Konsequenzen

 

Außerhalb der Komfortzone weht eine steife Brise und zeigt uns warum Evolution so wichtig ist

Die ökonomische Komplexität globalisierter Märkte geißelt die Künste, mindert die Diversität und fördert die Redundanz.

Die Illusion der Messbarkeit z.B. durch die:

  • AKADEMISIERUNG der Künste (Jazzunis, Popakademien), oder der
  • KLISCHEEBESCHLEUNIGUNG und deren Verfestigung durch Castingshows verbreiten sich und werden zum Standard, zur Beurteilungsgrundlage. Wir werden zum Goldfisch im Wasserglas und beurteilen das Umfeld. D.h. wir ziehen in immer kleinere Gläser um und die uns offerierten Illusionen werden dabei nicht mal bunter.

Geben wir uns der Effektivität hin könnte die Zukunft folgendermaßen aussehen:

  • Essen gibt es nur noch aus dem 3-D Drucker in Form von Mahlzeits - Blaupausen
  • Musik wird als schichtspezifischer Einheitsbrei verabreicht
  • Literatur wird als „individual Goethe“ nach persönlichen Bedürfnissen aus dem Internet zusammen kopiert, gekürzt, "ergänzt" u.s.w....
  • Urheberrechte verschwimmen immer mehr und Beliebigkeit wird, in vielen Euphemismen verschleiert, unser Dasein prägen.

Da brauchst dann schon "Autonomie" um einen Hauch von Diversität zu wahren und dem Leben, in all seinen Erscheinungsformen, mit der gebotenen Neugier zu begegnen.

 

>>Die Gleichschaltung, ohne merklichen inneren Widerstand, ist ein über Jahrzehnte kumulativ geschichtetes Kunstwerk, ein Meisterstück geldwerten Denkens und somit die Implantierung vorauseilenden Gehorsams. Es ist das Ende der Freiheit, denn man hat gelernt zu wollen, was man soll!<<

 

Verkleinert euch, seit sperrig und lebt eure eigenen Gedanken.

Denn sie, die Gedanken, kommen ja nicht von ungefähr und erwachsen aus einer Vielzahl von Anknüpfungspunkten mitten ins Leben.

Vertraut euch und seit mutig, die Welt erwartet euren Beitrag und möchte euch erleben….:-)

 

DANKE FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT!

 

Reza Massoud Godemann:

 „…Es scheint eine unlösbare Aufgabe zu sein, sich gegenüber den Giganten vergangener Tage wie Wes Montgomery oder Joe Pass zu behaupten. 

Und dann kommt ein Hamburger Gitarrist und spielt ganz locker und unaufgeregt gegen diese schier übermächtige Phalanx von Jazz – Ikonen an. Und es gelingt ihm tatsächlich, den Hörer gar nicht an diese Musiker zu erinnern, weil Massoud Godemann in den letzten 15 Jahren eine ganz klare, wiedererkennbare GITARRENSPRACHE entwickelt hat…“

(Peter Autschbach – Akustikgitarre 06.16)

 „…Nicht ganz schräg aber nie gefällig, nicht Avantgarde aber auch nicht Mainstream, oft straight ahead swingend, pulsierend, aber dann eben auch oft nicht und/oder anders als die anderen. Konventionell sind hier eigentlich nur der warme Gitarrenton und der singende Kontrabass. Die Eigenkompositionen sind vielschichtig und alles andere als berechenbar. 

Hier zeigt sich eine klassisch basierte Modernität…“ 

(Lothar Trampert – Gitarre & Bass 06.16)

Reflexionen  dieser Art hört und liest man oft, wenn es um Massoud Gode­mann geht.

Jazz ist für ihn die Suche nach dem Guten, dem Besseren, einem Dasein, das den Wert des Lebens auch in kleinen Dingen zu würdigen weiß. Leben und Kunst, Poesie und Politik sind für ihn eine Einheit, die seinem Wesen entspringt. Was er denkt und was er fühlt findet direkten Eingang in seine Musik, die neue Horizonte erschließt und die kreative Teilnahme fördert.

Bereits auf fünf Alben hat er seine Vision eines europäisch geprägten Jazz festgehalten. „Colors in Jazz“, „Togetherness“, „Fat Jazz“, „Open Letter“ und „Hope“. letzteres vom Jazzpodium zur „Jazzplatte des Monats“ gekürt und allerortens hochgelobt, zeigen einen Künstler, der stets das Neue sucht und das gerade Erreichte nur als Ausgangspunkt für den nächsten Schritt betrachtet. Dementsprechend lässt er keinen Weg unbeschritten, der ihn weiterbringen könnte, begleitet die Dichtungen Garcia Lorcas mit der Gitarre, widmet sich der Schauspielerei, der Tanzperformance (https://youtu.be/2DZiNMjdTXQ), hält Vorträge über die Gemeinsamkeiten von Architektur und Musik, dozierte bei den Bayreuther Dialogen2016 über künstlerische Freiheit und liebt es genreübergreifend zu wirken.